{"id":14689,"date":"2024-08-12T13:34:27","date_gmt":"2024-08-12T11:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/?page_id=14689"},"modified":"2026-03-25T00:44:12","modified_gmt":"2026-03-24T23:44:12","slug":"ein-tag-im-dorf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/ein-dorf-im-isaan\/ein-tag-im-dorf\/","title":{"rendered":"Ein Tag im Dorf"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\"><div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\"><div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\"><div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_block_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><h1>Ein unaufgeregter Tag im Dorf<\/h1>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"et_pb_row_1 et_pb_row et_block_row\"><div class=\"et_pb_column_1 et_pb_column et_pb_column_1_2 et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\"><div class=\"et_pb_text_1 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_block_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Ich bin inzwischen in die Dorfgemeinschaft integriert. Die Schulkinder kennen mich. Morgens um 8 Uhr, wenn sie zur Schule gehen, machen die meisten den Umweg an meinem Haus vorbei, denn dann bin ich von der Tabakernte zur\u00fcck und fr\u00fchst\u00fccke auf dem Balkon. Und das ist schon ein seltener Anblick: ein Farang, ein Ausl\u00e4nder also, der auf einem Stuhl an einem Tisch sitzend Kaffee trinkt und dabei Toastbrot isst. Nat\u00fcrlich gab es damals noch keine elektrischen Toaster, und so war das Brot \u00fcber offenem Feuer \u201cgetoastet\u201d worden.<\/p>\n<p>Die Thai unterscheiden nicht zwischen den Mahlzeiten, f\u00fcr sie gibt es immer Reis, Gem\u00fcse, manchmal Fleisch dazu, morgens, mittags und abends, und nat\u00fcrlich zwischendurch. Und sie sitzen nicht an Tischen, sondern auf dem Boden. Am Dienstag habe ich Englisch unterrichtet in der 4. Klasse. Nicht, dass mein Englisch sonderlich gut w\u00e4re, aber immer noch besser als das der Lehrer. Englisch ist Pflichtfach, seit vier Wochen ist Deutsch Wahlfach f\u00fcr die Dauer meines Aufenthaltes.<\/p>\n<p>24 Kinder haben sich gemeldet, als der Schulleiter dazu aufrief, und seit vier Wochen gebe ich zwei Deutschstunden in der Woche. Es macht Spass, die Kinder sind sehr lernbegierig. Aber mehr geht nicht, denn es darf daf\u00fcr kein Pflichtfach ausfallen, und nach der Schule m\u00fcssen die Kinder auf den Feldern helfen, oder im Haushalt, oder das Vieh f\u00fcttern. Oder die gr\u00f6sseren Kinder m\u00fcssen auf die ganz kleinen aufpassen, und sie vernachl\u00e4ssigen besonders diese Pflicht nie. Sie sollten einmal sehen, wie diese Kinder miteinander umgehen. Ich habe in meinem Dorf niemals Kinder streiten gesehen, nie ein Kind weinen h\u00f6ren beim Spiel. Aber ob das L\u00e4cheln, mit dem mich die Kinder meist bedenken, immer fr\u00f6hlich ist?<\/p>\n<p>Das kleine M\u00e4dchen, das mit der Tragstange zwei volle Wassereimer an mir vorbeitr\u00e4gt und kaum gehen kann unter der Last, l\u00e4chelt mich an. Kann sie bei der schweren Arbeit fr\u00f6hlich sein? Aber sie will sich die Last nicht von mir abnehmen lassen, denn es ist ihre Arbeit, sie ist damit betraut. Es ist Trinkwasser aus dem nahen Brunnen. Nicht, dass das Leben hier ereignislos w\u00e4re. Sicher, das Tagwerk ist meist gleich. Mit Sonnenaufgang beginnt die<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"et_pb_column_2 et_pb_column et_pb_column_1_2 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\"><div class=\"et_pb_text_2 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_block_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Feldarbeit. Derzeit wird Tabak geerntet. Die gr\u00f6ssten Bl\u00e4tter werden gepfl\u00fcckt, und wenn die K\u00f6rbe voll sind, tr\u00e4gt man sie nach Hause. Beim Pfl\u00fccken werden die H\u00e4nde schwarz, wie mit einer Teerschicht \u00fcberzogen, denn einmal pro Woche werden die Tabakbl\u00e4tter mit Gift bespr\u00fcht, sonste fressen die M\u00fccken die ganze Ernte auf. (<em>Seit dieser Reise rauche ich nicht mehr<\/em>)<\/p>\n<p>Zuhause werden die Bl\u00e4tter zum Trocknen ausgelegt, dann auf Schn\u00fcre aufgezogen, erst einmal im Schatten zum Vortrocknen aufgeh\u00e4ngt. Beginnen sie braun zu werden, kommen die Schn\u00fcre auf Gestelle in die Sonne, werden t\u00e4glich umgeh\u00e4ngt, um eine gleichm\u00e4ssigeTrocknung zu erreichen. Bald kommt der Aufk\u00e4ufer, der auch den Preis bestimmt. Und nur an ihn darf verkauft werden. Dann ist die Zeit des bangen Wartens vorbei, was wohl der Erl\u00f6s sein wird. Oft gibt es kaum mehr als 35 Baht f\u00fcr ein Kilo, f\u00fcr gute Ware auch schon einmal 40 Baht. Wir geh\u00f6ren zu denen, die in guten Zeiten an die 600 kg verkaufen k\u00f6nnen. Die meisten haben nicht einmal die H\u00e4lfte davon.<\/p>\n<p>Diese Woche war sehr ereignisreich. Zuerst war die Behelfsbr\u00fccke gebrochen. W\u00e4hrend der letzten Monsunzeit wurde die Strasse untersp\u00fclt, und die entstandene L\u00fccke war mit Balken f\u00fcr unseren Dorf-LKW befahrbar gemacht worden. Jetzt waren diese Balken gebrochen. Am Nachmittag, als die M\u00e4nner von den Feldern zur\u00fcck kamen, zogen sie mit Schaufeln, Hacken und Beilen los, um die Br\u00fccke zu reparieren. Denn es ist der einzige Weg f\u00fcr das Auto, und alle sind darauf angewiesen.<\/p>\n<p>Auch ich helfe mit, und nur der Geistesgegenwart und dem Beil des Dorf\u00e4ltesten habe ich es zu verdanken, dass die Schlange mich nicht beissen konnte, die unter einem Balken hervorschoss, als ich ihn gerade anhob. Wir haben es geschafft, der Weg ist wieder befahrbar.<\/p>\n<p>Abends war ich dann aber sehr erstaunt, als bei einem gemeinsamen Bar-B-Q ein gro\u00dfer Topf \u00fcber den Flammen hing und mir bedeutet wurde, da\u00df die get\u00f6tete Schlange ein gro\u00dfer Leckerbissen sei.<\/p>\n<p>Aber ich hatte sowieso keinen Hunger.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"et_pb_row_2 et_pb_row et_block_row\"><div class=\"et_pb_column_3 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\"><div class=\"et_pb_divider_0 et_pb_divider_hidden et_pb_space et_pb_divider_position_top et_pb_module\"><div class=\"et_pb_divider_internal\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":13679,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-14689","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/14689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14689"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/14689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16049,"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/14689\/revisions\/16049"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/13679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kurt-singer.com\/thailand\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}